Mittwoch, 6. April 2011

Strafgebühr bei Easyjet

Wer bei Easyjet online eincheckt und nur mit Handgepäck reist, sollte die Grösse seines Handgepäcks genau abmessen. Wer mit einem Gepäckstück am Boarding Gate erscheint, dass die zulässigen Maße überschreitet, zahlt jetzt 50 € Gebühr für die nachträgliche Aufgabe als Gepäckstück im Laderaum.

Der Aufschrei ist entsprechend groß. Interessant ist weniger der Artikel als die emotionalen Kommentare dazu. Die reichen von "ist bei denen sowieso alles Mist" bis "wer nicht lesen kann ist selbst schuld". Tenor bei denen, die Billigflieger ablehnen: "Warum seid ihr so dumm, bei denen zu buchen? Bei Lufthansa & Co. ist es auch nicht viel teurer.

Das Billigflieger-Konzept basiert auf einem recht einfachen System. Soweit irgend möglich, muss so viel wie irgend möglich vom Kunden selbst im Vorfeld online gemacht werden. Dabei sollten die Hinweise in den Online-Formularen ernst genommen werden. Wer das berücksichtigt, kann zum "Taxi-Preis" quer durch Europa fliegen. Wer die Hinweise ignoriert oder noch mehr sparen möchte, d. h. auf gut Glück mit zu grossen Gepäck zum Flughafen fährt, muss mit Gebühren für den Aufwand bezahlen. Die Mitarbeitern im CheckIn Schalter will natürlich auch bezahlt werden.

Was ist mit dem Argument, bei Airlines mit besserem Service sind die Flüge genauso günstig zu haben? Bei Buchung für 1 oder 2 Personen mag das im Einzelfall zutreffen. Um die Buchung bei Gruppen zu prüfen, habe ich eine Verbindung getestet, die sowohl von AirBerlin als auch von Easyjet geflogen wird, dort einen Termin gewählt, zu dem AirBerlin ein günstiges Angebot hat und dies bei Buchung von 9 Personen (mehr kann bei AirBerln nicht online gebucht werden) geprüft:

Düsseldorf - London 05.09.11 / 09.09.2011 9 Personen

AirBerlin Düsseldorf - London Stansted 05.09. 6.25 h / 09.09. 19.55 h 134 €
Easyjet Düsseldorf - London Gatwick 05.09. 09.05. h / 09.09. 17.55 h 77 € + 22 €

Der Preis bei Easyjet liegt damit 25 % unter dem von AirBerlin, verzichtet man auf die Aufgabe eines Gepäckstücks und reist mit einem Standard-Trolley im Rahmen der Maximalmasse (bei Easyjet ohne Gewichtsbeschränkung!) beträgt die Ersparnis sogar 43 %. Dazu kommt, dass der Preis bei AirBerlin die Ausnahme und bei Easyjet der Durchschnittspreis ist. Dazu kommt, dass dieser Flug bei Easyjet auch für 40 Personen online gebucht werden kann - zum Preis von 113 € + 22 €Gepäck. Der Preis für 40 Personen muss bei AirBerlin (oder Lufthansa ...) angefragt werden und dürfte nach Erfahrungswerten geschätzt bei 240 € liegen.

Geiz ist nicht geil, wenn man Service erwartet. Das sollte einem bewußt sein. Billig verträgt sich nicht mit Luxus und Service - in keiner Branche.

Donnerstag, 17. März 2011

Erstattung der Kosten einer Klassenfahrt für den Lehrer

Das Landesarbeitsgericht Hamm hat in einem Urteil im Februar bestätigt, dass eine Lehrkraft Anspruch auf die Erstattung ihrer Reisekosten hat. Im verhandelten Fall sogar, obwohl sie darauf bei Antragstellung ausdrücklich verzichtet hat.

Mancher mag sich verwundert die Augen reiben. Wieso soll eine Lehrkraft eine Reise bezahlen, die für sie keinesfalls eine Vergnügungsreise und Erholung ist sondern der Beaufsichtigung der Schulveranstaltung Klassenfahrt dient? Die Arbeitszeit während der Fahrt dürfte das normale Maß bei weitem überschreiten - denn Schüler sind nachtaktiv, besonders, wenn sie in der Gruppe unterwegs sind.

Die Erstattung von Reisekosten für die Klassenfahrt wird in Deutschland in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Teilweise erfolgt eine Erstattung in Anerkenntnis der Leistung, teilweise gar keine. So kenne ich bewunderungswürdige Pädagogen, die ihre Reisekosten tatsächlich privat bezahlen, damit die Schüler auf die Fahrt nicht verzichten müssen. Hoffen wir einmal, dass die Schüler das mit entsprechendem Verhalten honorieren. Andere sehen sich gezwungen, keine Fahrten anzubieten.

Zögern sie nicht, das Thema anzusprechen, wenn sie beim Veranstalter anfragen . Ihr Reiseberater wird eine Lösung finden, die alle Beteiligten zufrieden stellt.

Donnerstag, 3. März 2011

London - "Mind the Gap"

Wer immer in London wohnt , der hat wohl schon Alpträume von diesem Satz. 30 Minuten Tube-Fahrt mit 3 Umstiegen und der Satz "Mind the Gap" war gefühlte 150 mal zu hören.

Fallen wirklich täglich mehrere Personen durch die Lücke zwischen Bahnsteig und U-Bahn?

London vs. Dublin

Ich hätte die Reise vielleicht andersherum planen sollen. Nach dem Aufenthalt in Dublin waren die 2 Tage in London nicht so berauschend. Für meinen Geschmack etwas zu laut, selbst in nicht ganz billigen Hotels abgenutzte und defekte Einrichtung in den Zimmern und kaum Möglichkeit, tradtionelle Teestuben (ausserhalb teurer Clubs) und gemütliche Pubs zu geniessen. Mein Favorit für Hauptstädte auf der Insel ist Dublin.

Das heisst nicht, London sei nicht sehenswert. Das Angebot an interessanten Programmen ist ungezählt. Es hat aber nicht den gemütlichen Flair, vielleicht auch schon wegen der Grösse. Oder man muss länger dort sein, um die richtigen Ecken zu kennen.

Dublin

Im Vorfeld eines Messebesuch in London konnte ich drei Tage in Dublin verbringen. Das Reiseziel ist trendy und nach meinem Aufenthalt war mir auch klar, weshalb.

Ich kam Samstag Mittag bei strahlendem Sonnenschein und 10 Grad Celsius am Flughafen an und konnte mit dem AirLink Bus vom Terminal bis zum zentralen Busbahnhof in der Innenstadt fahren. Die Fahrt ist im Rambler-Tagesticket inklusive (6 €) Für mich war das 3-Tage-Ticket zu 13,50 € ideal. So war ich auf meinem 3-Tage-Aufenthalt maximal flexibel und hatte die beiden Transferfahrten inklusive.

Unser Einkäufer hatte mich im Jacobs Inn Hostel in der Talbot Street untergebracht - 400 M vom Busbahnhof entfernt :-)) - Herzlichen Dank. Überhaupt sind die Entfernungen in Dublin überschaubar und mit den unzähligen Bussen (manchmal fahren 3 - 4 hintereinander), der neuen LUAS (Strassenbahn)und der DART (Nahverkehrszug), die auch ins Umland fährt, ist man immer gut unterwegs. Für die DART muss allerdings ein extra Ticket gelöst werden.

Das Jacobs Inn Hostel verfügt neben Mehrbettzimmern mit den in Irland traditionell blauen Stahlrohrbetten auch über Dreibettzimmer (auch mit Stahlrohrbett). Das Haus ist sauber und alle Zimmer verfügen über Du/WC, in meinem Zimmer neu renoviert. Im 4. Stock hatte ich einen guten Ausblick über die Stadt.

Drei Tage sind leider nicht genug, um alles zu sehen. Da ich zudem ein paar Häuser besichtigt habe, konnte ich z. b. Kilmainham Gaol, Guinness Brauerei und Old Jameson Whiskey Distillery nicht mehr besichtigen. Das Dublin Castle mit Royal Chapel, das in den 1980er Jahre gestaltete Viertel "Temple Bar" waren aber schon ein sehr schöner Eindruck.

Beeindruckend sind die sehr gemütlichen Pubs mit traditionellem Essen und natürlich Guinness, dem Schwarzbier, das hier überall präsent ist und sogar die Harfe des irischen Wappens trägt. Man gewinnt fast den Eindruck, der Brauerei gehört die Stadt.

Neben der pulsierenden Stadt ist ein Ausflug an die Küste, z. B. auf die Insel Howth empfehlenswert. Für meinen Spaziergang hatte ich mich auf Empfehlung eines Einheimischen nach Donabate begeben. Ein sehr schöner Spaziergang, ohne PKW jedoch mit einem langen Fussmarsch verbunden. Dafür war die Einkehr in einen unscheinbaren Pub ein Erlebnis. Die Iren sind ein sehr freundliches Völkchen.

Freitag, 11. Februar 2011

Herbe Niederlage für Ryanair

Wie die Welt-Online heute berichtet, sieht der BGH eine rechtliche Grundlage für die von Lufthansa und AirBerlin eingereichte Klage gegen das "Subventionsmodell" zugunsten Ryanair in Deutschland.

Bekanntermassen fliegt Ryanair fast ausschliesslich Provinzflughäfen an, die ihnen sehr günstige Flughafengebühren garantieren. Hier ist Ryanair ein rücksichtsloser Verhandlungspartner und die Eigentümer der Flughäfen (in einigen Fällen die Bundesländer) sind zu Zugeständnissen bereit, um die Regionen aufzuwerten und Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Beispiel hierfür ist das zähe Ringen um den Flughafen Altenburg, den das Land inzwischen im Kampf mit Ryanair verloren hat.

Diese Vorgehensweise ist den Grossen der Luftfahrtbranche ein Dorn im Auge und sie versuchen auf rechtlichem Weg zu erreichen, dass diese Zugeständnisse untersagt werden und die "Subventionen" zurückbezahlt werden müssen. Das ist noch nicht entschieden, bisher wurde nur die rechtliche Grundlage für die Verhandlung über die Klage bejaht. Nach dem, wie O Leary bisher gewirkt hat, wird eine Reaktion wohl deutlich ausfallen.

Einen vollständigen Rückzug wird es wohl nicht geben. Dafür dürfte der deutsche Markt zu wichtig sein und nur von Flughäfen im grenznahen Ausland aus würde der Umsatz wohl stark einbrechen. Wir dürfen also gespannt sein, wie die nächste Runde ausgeht.

Donnerstag, 3. Februar 2011

billig Fliegen ?

Heute wurde ich auf eine interessante Position zum Thema Billigflug gestossen. Auf orf.at werden aufgrund der negativen Zahlen bei Ryanair in Verbindung mit Äusserungen von Vertretern anderer Airlines interessante Schlüsse gezogen. Demnach ist die Zeit der Billigst-Flüge bald abgelaufen.

Im Tagesgeschäft stellen wir schon seit längerem fest, dass die Flüge insbesondere für Gruppen nicht mehr unbedingt billig sind sondern kontinuierlich im Preis steigen. Demgegenüber lehnen einzelne Kunden Flüge mit Ryanair schon konsequent ab.

Tatsächlich ist schwer zu vermitteln, einen Preis von 100, 150 oder 200 € zu bezahlen, wenn der Service dafür einem Geschäft auf dem Flohmarkt gleicht. Kein Rückgaberecht, Reklamationen zwecklos, Bedienungsanleitung bitte selbst suchen, Produktbeschreibung tückisch. Da sehnt man sich nach Betreuung und klare Geschäftsgrundlagen.

Trotzdem hat Ryanair noch immer Zulauf und das wird wohl so bleiben, solange die Preise günstiger sind als bei anderen Anbietern. Ändert sich diese Position, wird sich O Leary in der Tat etwas einfallen lassen müssen.