Dienstag, 27. Oktober 2015

Ein Neo-Georgianisches Kleinod in Hampshire

Das Herrenhaus 'Hinton Ampmner' liegt in Hampshire ausserhalb von Cheriton versteckt in den Hügeln. Bewaffnet mit der Adresse hätten wir die Einfahrt fast übersehen.

Das Haus hat eine einzigartige Geschichte. Bereits 1597 erbaute Sir Thomas Stewkeley ein Haus im Stil der Tudors. 1793 wurde es abgerissen um einem Neubau im georgianischen Stil Platz zu machen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es im viktorianischen Stil umgebaut und erweitert. Nach Ralph Dutton, der das Anwesen 1935 erbte, war das Ergebnis eine 'Ungeheuerlichkeit aussergewöhnlichen Ausmasses'. Er machte sich daher daran, die Erweiterungen abzureissen und das Gebäude in den georgianischen Baustil zurückzuversetzen. Für die Inneneinrichtung sammelte er passende Kunstgegenstände und Möbelstücke und passte das Haus nach und nach seinem Idealbild an. Dabei war Dutton durchaus fortschrittlich. So wurden im Obergeschoß wurden zu der verringerten Anzahl an Schlafräumen Badezimmer eingebaut.

1960 brach in Hinton Ampner ein Feuer aus und zerstörte seine Sammlung an Bildern und Einrichtungsgegenständen. Der jetzt Zweiundsechzigjährige machte sich gleich wieder an die Arbeit, liess das Gebäude instandsetzen und sammelte erneut passende Einrichtungsgegenstände. 1985 fiel das Anwesen an den National Trust und ist der Öffentlickeit zugänglich.

Bei unserem Besuch waren die Schlafräume wegen Arbeiten am Dach leider geschlossen, die Fülle an wertvollen Sammelstücken in den Wohnräumen bot jedoch ausreichend Gelegenheit für Betrachtungen. Dabei sind die mit schriftlichem Material bewaffneten Führungspersonen in jedem Raum eine gute Hilfe. Sie wissen zwar nicht über jeden Gegenstand im Detail Bescheid, geben jedoch bereitwillig Auskunft.

Dem Garten schenkte Ralph Dutton besondere Aufmerksamkeit und gestaltete ihn mit dem Ziel neu, spektaktuläre Ausblicke auf die grüne Landschaft in der Umgebung zu ermöglichen. Alter Baumbestand, Blumengärten und grüne Anlagen zu Flanieren bieten viel Raum, die Eindrücke wirken zu lassen.

Ab Februar 2016 werden auch die Schlafräume im Obergeschoß wieder zugänglich sein. Ein Besuch im Frühling, wenn die Blumen im Garten ihre Blütenpracht entfalten und das Grün der Rasenflächen und Wiesen mit den frischen Blättern konkurriert, ist daher schon eingeplant.

Eine Gruppenreise nach Hampshire mit Besuch von Herrenhäusern und Gärten oder eine Reise nach London mit Tagesausflug können Sie unter http://www.ix-tours.com/DE/erwachsenenreiseziele.aspx anfragen

Montag, 28. September 2015

Dublin 2016 - 100 Jahre Osteraufstand

Irland erreichte nach einem blutigen Bürgerkrieg in den Jahren 1919 - 1921 im Jahre 1922 weitgehende Eigenständigkeit von der britischen Krone und der 1922 gegründete Irische Freistaat führte letztlich zur heute bekannten Republik Irland.

Bereits drei Jahre vor 1919 wurde die Grundlage für den Befreiungsschlag in den 1920er Jahren gelegt. Die Niederschlagung des 'Osteraufstand' von 1916 führte zu einem Stimmungswechsel in der irischen Bevölkerung und die Bewegungen der Separatisten erhielten verstärkt Zulauf.

Ziel des Aufstands war die Besetzung strategisch wichtiger Gebäude in Dublin um die Stadt für den zu erwartenden britischen Angriff als Reaktion auf die Proklamation der Unabhängigkeit zu sperren. Am 24. April 1916 12 h mittags starteten die Aufständischen in kleineren Gruppen und verlasen ausserhalb des Hauptpostamts die 'Oster-Proklamation'. Darauhin wurde das Hauptpostamt als zentrale Kommunikationsstelle besetzt und Connolly versuchte, den Aufstand von hier aus zu steuern. Bereits am 28. April musste er das Begäude jedoch verlassen und am 29. April ordneten die Anführer die bedingungslose Kapitulation an.

Zum 100. Jahrestag wird in Dublin mit Gedenkveranstaltungen wird an dieses Ereignis erinnert und auch für Besucher aus dem Ausland ist das ein Anlaß, diesen Punkt der Geschichte Irlands kennen zu lernen.

Das 'Kilmainham Gaol' wurde bereits vor Jahren als Sehenswürdigkeit im Gedenken an die Opfer des Aufstands und des Bürgerkrieges restauriert. Die Haftbedingungen und Lebensläufe einiger der Freiheitskämpfer wird bei einer Führung deutlich und um Hof ist die Stelle, an der die Aufständischen um Patrick Pearse und James Connolly hingerichtet wurden mit einem Kreuz markiert.

Die '1916 Rebellion Walking Tour' bringt die Hintergründe und verschiedenen Örtlichkeiten des Osteraufstands näher. Während eines 2-stündigen Spaziergangs vom Trinity College über verschiedene Stationen zum 'General Post Office'. Hier werden die Ereignisse zu Ostern 1916 im Detail erläutert um danach die Evakuierungsroute zur Moore Street abzugehen. Diese Führung vermittelt anschaulich die Abläufe und bietet viel Gelegenheit, über Gründe, Ablauf und Folgen des Aufstands zu diskutieren.

Rechtzeitig zum Jahrestag wird im Frühjahr 2016 eine umfassende Ausstellung zum Osteraufstand eröffnet - im Gebäude des Hauptpostamt (GPO), das für die Rebellion eine zentrale Rolle spielte. Mit Spezial- und Klangeffekten und Geschichten über beteiligte Personen vermitteln einen Eindruck dieser Tage. Der Besuch dauert ca. 1,5 h und kann gerade für Schulklassen mit Führungen und Schulungsangeboten erweitert werden.

Irland ist wegen einzigartiger Landschaften und der ansprechenden Kultur ein beliebtes Reiseziel. In 2016 sollte dieser geschichtliche Aspekt eine zusätzliche Rolle spielen. Bauen Sie doch einen halben Tag 'lebhaften' Geschichtsunterricht in ihre Gruppenreise oder Klassenfahrt nach Dublin ein.


Freitag, 4. September 2015

Kostenlose Programme für Ihre Klassenfahrt Berlin

Berlin hat an Attraktivität für Klassenfahrten nichts eingebüßt. Die Besichtigung der Regierungsgebäude ist eine gute Ergänzung für den Unterricht, es gibt eine große Auswahl an guten Unterkünften und unzählige Programmmöglichkeiten. Dazu ist die Anreise auch mit kleineren Gruppen durch Bahnangebote und Fernbuslinien günstig.

Auch die Gestaltung der Programme läßt sich an das Reisebudget anpassen. Highlights wie Musical-Besuch Besuch der Top-Sehenswürdigkeiten und ähnliches sind durchaus angebracht. Aber wie füllt man die restliche Zeit? Dafür heute ein paar Tipps für Programme, die sehr interessant und trotzdem kostenlos bzw. sehr günstig sind. Keines kostet mehr als 2 € /Person!

Reichstag und Bundesrat
Die Besucherzentren der deutschen Legislative geben einiges her und der Besuch der Reichstagskuppel hat etwas erhebendes. Wer mit der Planung früh beginnt, kann eine Sonderführung auf Einladung eines Abgeordneten bekommen und/oder an Planspielen teilnehmen. Dafür gibt es sogar ein Zuschuß-Budget zu den Reisekosten.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Das Stelenfeld beim Brandenburger Tor ist die zentrale Holocaust-Gedenkstätte der Bundesrepublik und ist ebenso wie das Informationszentrum darunter kostenfrei zugänglich. Eine Führung mit Nachgespräch kann für 45 € / Gruppe bis 25 Personen gebucht werden.

Gedenkstätte Hohenschönhausen
Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis gilt als wichtigster Erinnerungsort für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. Der Eintritt ist frei, eine Führung ist empfohlen und koset für Schülergruppen ca. 1 € / Person

Topographie des Terrors

Das ehemalige Reichssicherheitshauptamt von Gestapo und SS im Dritten Reich in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße ist heute einer der meistbesuchten Gedenkstätten in Berlin. Der Eintritt ist frei.

Hackesche Höfe
Die Hackeschen Höfe in Berlin Mitte sind Deutschlands größtes geschlossenes Hofareal mit Gewerbe, Kunst und Kommerz. Seit der Renovierung ist das Gebiet ein trendy Treffpunkt in Berlin.

Alliierten Museum
Das Museum der Besatzungsmächte in Deutschland beschäftigt sich unter dem Thema "Wie aus Feinden Freunde wurden" mit der Entwicklung des Nachkriegsdeutschland im Verhältnis zu den ehemaligen Feinden. Die Sonderausstellungen greifen spezifische Punkte der deutschen Geschichte auf. Bis Ende Mai 2016 das Thema "Who was a Nazi". Sie beschäftigt sich mit der Entnazifizierung nach dem 2. Weltkrieg.

Deutscher Dom
Die Dauerausstellung "Wege - Irrwege - Umwege" im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt zeigt auf insgesamt fünf Etagen die historische Entwicklung des liberalen parlamentarischen Systems in Deutschland.

Gedenkstätte Berliner Mauer
Die offizielle Gedenkstätte über die Teilung Berlins befindet sich in der Bernauer Strasse, wo sich schicksalhafte Dramen abspielten als Menschen versuchten, die Grenze durch Sprung aus einem der Fenster zu überwinden.

Museum in der Kulturbraurerei
Das Museum in der ehemaligen Schultheiss-Brauerei auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg zeigt die Dauerausstellung "Alltag in der DDR". ( https://www.berlin.de/museum/3341031-2926344-museum-in-der-kulturbrauerei.html )

Tempelhof Museum
Tempelhof kennen die meisten nur vom ehemaligen Flughafen Gelände. Das Museum möchte die Menschen und Geschichten in diesem Bezirk darstellen und geht bis in die bäuerliche Welt um 1800 zurück.

Eine ausführlichere Liste von Museen und Sehenswürdigkeiten in Berlin finden Sie auf der offiziellen Berlin - Website. Ihren Schülern wird bestimmt nicht langweilig werden.




Mittwoch, 12. August 2015

Maut für Reisebusse?

Ob Sommerloch-Debatte oder nicht - die Idee einer Maut auch für Reisebusse bringt immer neue Statements in die Presse. Die Bahn erhebt gleich den Zeigefinger und verweist auf die Trassenkilometer, die sie für die Nutzung des Schienennetz bezahlen muss. Da sei eine Autobahn-Nutzungsgebühr für die Fernlinienbusse nur recht und billig. Dabei verschweigt der Reinhard Boeckh, Leiter der Konzernpressestelle der Deutschen Bahn wohl wissend, das der Fernbus neben KFZ-Steuer auch Mineralösteuer bezahlt. Der Pressesprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (BDO), Matthias Schröter, führt daher aus: „Das IGES-Institut hat in einer Studie ausgerechnet, dass Fernbus-Unternehmen ihre Infrastrukturkosten zu 130 Prozent decken, vor allem durch die Mineralölsteuer."

Hier wird also offensichtlich viel heisse Luft bewegt. Die Bahn hat den aufkommenden Konkurrenten Fernbus glatt übersehen und erst wahr genommen, als er das Fernverkehrsgeschäft der Bahn beeinträchtigt hat. Ein empörter Aufschrei könnte ja helfen, so substanzlos er auch sein mag. Und die Fernbusbranche? Sie sieht ihren Boom schon gefährdet, obwohl man bezweifeln kann, dass ein paar Euro die Kunden gleich wieder vertreiben. Im Fernlinienbus-Verkehr ist sowieso eine Preiskonsolidierung fällig. Eine Maut bietet sich nicht als Damokles-Schwert an - wenn die Einnahmen denn wirklich zum Ausbau der Infrastruktur verwendet werden. Busbahnhöfe für die Fernbus-Knotenpunkte und bedarfsgerecht instand gehaltene Autobahnen sind für den wachsenden Verkehr absolut sinnvoll.

Dienstag, 23. Juni 2015

'Ballermannisierung' europäischer Städte

Was für ein Wort! - europäische 'Ballermannisierung' titelt der Tagesspiegel. Alleine die Scharen von Touristen, die durch die Top-Reiseziele für Städtereisen strömen sind eine Belastung. Reisebusse und PKW verstopfen die historischen Innenstädte und nicht alle Reisenden haben den Sinn des Reisens verinnerlicht.

Von den städtebaulichen Möglichkeiten abgesehen (Parkmöglichkeiten, öffentlicher Nahverkehr) fällt jedem Reisenden die Verantwortung zu, dem Gastland mit Achtung zu begegnen. Ich frage mich, warum man weite Strecken zurückliegt, um sich in der Ferne voll laufen zu lassen. Natürlich hat es etwas, im obersten Stockwerk des Guinness Storehouse ein Guinness zu trinken und die Aussicht über Dublin zu geniessen. Aber mit 1 Promille + Alkohol im Blut nimmt man dieses Flair wohl nur noch sehr begrenzt war.

Reisen ist ein Form der Bildung, es erweitert den Horizont und das Verständnis für andere Kulturen, Verhaltens- und Lebensweisen. Unter diesem Gesichtspunkt wird sich ein Reisendern mit Respekt vor den kulturellen Errungenschaften im Reiseland und den historischen Zeugnissen verhalten. Dazu gehören offene Sinne und Interesse. Das wird allerorten geschätzt und wird drohende Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung verringern.

Freitag, 12. Juni 2015

Wer war Nero?

Eine Szene, die unsere Vorstellung des römischen Kaiser Nero (37 - 68 u. Z.) nachdrücklich geprägt hat - prunkvoll gekleidet besingt der römische Kaiser den Brand von Rom, der im Hintergrund lodert. Peter Ustinov im Filmklassiker 'Quo Vadis' von 1951 ist das, was allgemein von Nero bekannt ist. Doch wie so oft wenn sich Filmproduzenten das Leben eines Prominenten zum Thema wählen, ist dieses Bild des römischen Kaisers sehr verfälscht.

Die Berichte über Nero sind zudem von der Haltung der Kirche geprägt, bei der sich Nero als 'Christenverfolger' eingeprägt hat. Entsprechend negativ war das Vorurteil der Berichterstatter und so haben wir heute das Bild eines dekadenten Lustmenschen im Sinn, der sich für einen Künstler hält und seine Hauptstadt abbrennen läßt, um eine schönere bauen zu können.

Dieses Bild muss korrigiert werden - meinen die Initiatoren der 'NERO' - Ausstellungen, die vom 14.05. bis 16.10.2016 in Trier stattfinden. In drei Museen wird das, 'was jeder über Nero weiss' den bis heute bekannten Fakten gegenübergestellt.

Lust und Verbrechen. Der Mythos Nero.
Das Stadtmuseum Simeonstift Trier zeigt unter der Leitung von Dr. Elisabeth Dühr die Bezugnamen auf Neros in den Medien. Das beginnt schon mit einem der ersten Stummfilme, in dem Nero zu sehen ist, der an seinen Sklaven eine Gift-Mixtur testet. "Von den frühesten erhaltenen Darstellungen des Mittelalters bis zum Nero-Bild jüngerer und jüngster Vergangenheit machen Gemälde, Grafiken, Fotografien, Filme und Theaterausstattungen diese wandlungsreiche Rezeptionsgeschichte erlebbar." (Website des Museums) Oder kennen sie den Slogan 'NERO - burning ROM' ? Das EDV-Programm Nero brennt Daten auf CD-ROM - aber denken sie da noch an etwas? Im Verlauf der Ausstellung wird dieses einseitige Bild durch einen Blick auf die Fakten klarer.

Nero und die Christen
Markus Groß-Morgen vom Museum am Dom greift in seinem Teil der Ausstellungs-Trilogie den Begriff 'Christenverfolger' auf. Diese Vorstellung hat sich durch Filme wie 'Quo Vadis' ebenso eingeprägt wie durch Gemälde vor allem polnischer Künstler, die Christen als brennende Fackeln im Garten Neros zeigen. Doch war es wirklich ein religiös motivierter Angriff auf die Christen? Die Fakten zu diesem Punkt und zu religiös motivierter Verfolgung im römischen Reich regt zu Diskussionen an.

NERO - Kaiser, Künstler und Tyrann
Dem Direktor des Rheinischen Landesmuseum ist die Begeisterung anzumerken. Dr. Marcus Reuter hat in seinen Räumen 14 Räume mit ca. 1000 qm für die Nero-Ausstellung frei gemacht und Exponate aus aller Welt für die Ausstellung zusammen gesammelt. Sie beschäftigt sich mit dem Lebenslauf Neros von seinem Weg zum Kaisertum, die Beziehung zu seiner Mutter Agrippina und natürlich auch mit dem Brand von Rom und dem Luxus am Kaiserhof. Auch die Frage, ob Nero ein Künstler und/oder ein Tyrann gewesen ist sowie die unruhigen Zeiten, die auf seinen Tod folgten werden in der Ausstellung aufgegriffen.

Zur Ausstellung wird auch die Bewertung eines Psychiaters veröffentlicht werden, der aus den Schriften über Nero die Analyse wagt, ob der römische Kaiser wahnsinnig gewesen ist. Und auch das Fernsehen wird das Thema würdigen - pünktlich zur Ausstellungseröffnung wird eine Terra-X Dokumentation erscheinen, die sich mit dem Thema Nero auseinandersetzt.

Die drei Ausstellungen und Museen können im Zeitraum Mai bis Oktober mit einem Kombiticket besucht werden. Führungen in den Ausstellungen sind möglich und vermitteln weitere Hintergrundinformationen.

Eine Frage bleibt allerdings offen - Warum Trier? Die Stadt an der Mosel ist nicht nur die älteste Stadt Deutschlands, sie hatte in der Antike eine grosse Bedeutung als Garnisonsstadt und unter Kaiser Konstantin sogar als Kaiserresidenz. Die Fülle an Ausgrabungen in Trier unterstreicht den Slogan 'Trier - Zentrum der Antike'. Nach dem großen Erfolg der Konstantin-Ausstellung war ein weiteres Themenjahr naheliegend und Nero als der bekannteste römische Kaiser ist ein geeignetes Thema - gerade auch wegen den falschen Vorstellungen über ihn.

Fahren Sie doch in 2016 nach Trier - ein Beispielprogramm haben wir hier zusammengestellt: http://www.ix-tours.com/DE/themenreisen/nero2016.aspx

Freitag, 5. Juni 2015

Erlebnisführung in Trier

'Zentrum der Antike' - der Slogan von Trier ist nicht übertrieben. Die Stadt an der Mosel wurde bereits im Jahre 16 v. Christus unter dem Namen 'Augusta Treverorum' (Stadt des Augustus im Land der Treverer)gegründet und in den folgenden Jahrhunderten kontinuierlich ausgebaut. Unter Kaiser Konstantin wurde Trier Kaiserresidenz. Noch heute zeugen Porta Nigra, Konstantinbasilika, Kaiserthermen, Römerbrücke und Amphitheater von Glanz und Größe der Stadt in der Antike.

Bei Gruppenreisen und Klassenfahrten nach Trier liegt ein Besuch der Museen, Ausstellungen und Sehenswürdigkeiten nahe, nur wie interessiert man Teilnehmer, die sich nicht so leicht durch Steine begeistern lassen, auch wenn sie noch so alt sind? Dafür bietet Trier Erlebnisführungen am Originalschauplatz und eine davon konnte ich vor kurzem miterleben.

Die Erlebnisführung 'der Gladiator Valerius' spielt im Amphitheater von Trier und startet unter dem Arenaboden, wo früher die Gladiatoren und Tiere auf Ihren 'Auftritt' warteten. Wer jetzt eine blutrünstige Geschichte mit Verherrlichung der antiken Gladiatorenkämpfe erwartet, wird (angenehm) enttäuscht. Die wechselnden Darsteller erzählen die Geschichte plastisch, lassen aber auch das Elend der Welt des römischen Cirkus deutlich werden.

Bei unserer Führung wurde die Rolle vom Schauspieler Isaac Boateng dargestellt und er trat von hinten durch einen vergitterten Gang an unsere Gruppe heran. Seine Fackel ließ die feuchtkalten Räume zwischen den Steinwänden noch gespenstischer erscheinen und er begann 'seine' Geschichte zu erzählen. Dabei wurde sowohl das Amphitheater als auch der Ablauf der Spiele und der politische Hintergrund beleuchtet und mit den Erlebnissen des Valerius kam diese Zeit berührend menschlich an uns heran.

Wir erfuhren die Umstände, wie ein freier Mann in eine Gladiatorenschule geraten konnte und die gesellschaftliche Stellung, die damit verbunden war. Details der Ausbildung zeigte er uns an der Stelle auf, wo die Schule gewesen ist, führte uns über die Ränge um das Spektakel der Spiele zu beschreiben und führte uns den Verlauf seines ersten Kampf in der Arena vor, während wir auf der Tribüne Platz genommen hatten. Die Vorstellung war sehr real und das tragische Ende hätte auf einer Theaterbühne nicht anschaulicher wirken können.

Die Erlebnisführung ließ die Ruinen des Amphitheaters lebendig werden, man konnte fast die Geräuschkulisse vernehmen und wurde für die Dauer der Führung in die Antike versetzt.

Neben dem Gladiator Valerius bietet die Stadt Trier noch zwei weitere Erlebnisführungen an. Ein Zenturio klärt über das 'Geheimnis der Porta Nigra' auf und beim 'Teufel in Trier' taucht der Besucher in die Zeit des Mittelalters ein. Ergänzend werden Erlebnisbausteine wie 'Gladiatorenschule' und 'Togaführung' angeboten.

Buchen Sie doch eine der Führungen bei einer Gruppenreise oder Klassenfahrt nach Trier. Gemeinsam mit den hochwertigen Museen und den vielen Sehenswürdigkeiten aus römischer Zeit ist Trier ein Top-Reiseziel für antike Geschichte.