Klassenfahrten und Kulturreisen mit Bildungsanspruch sind unser tägliches Geschäft. Den Besonderheiten dieser Reiseform tragen wir mit diesem Blog Rechnung, um Informationen und Neuerungen zu publizieren. Kommentare sind erwünscht! #ixtours #lernenerleben
Mittwoch, 7. März 2018
'Overtourism' oder Kulturreisen mit ausgewählten Inhalten?
Um die Touristenströme zu regulieren werden verschiedene Lösungsansätze vorgeschlagen. In DER WELT wird der Mitbegründer von 'GetYourGuide' mit der Aussage zitiert: „Ein unbeschränkter Gratiszugang, wie er zum Beispiel bei manchen staatlichen Museen geboten ist, fördert demgegenüber natürlich eher Overtourism.“ Als Alternative schlägt er eine 'Steuerung über Preise und Kontingente' vor. Aber sollen Kulturgüter wirklich vor allem den zahlungskräftigen Gästen zugänglich sein?
Zeitlich und zahlenmäßig begrenzten Zugang gibt es bereits an einigen Sehenswürdigkeiten. Für das Anne-Frank-Haus in Amsterdam z. B. kann der Besuch nur für einen begrenzten Zeitraum gebucht werden. Verpasst man den gebuchten Termin, verfällt das Ticket. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass die Räume in dem eng gebauten Gebäude nicht überfüllt sind. Ähnliche Systeme kommen auch bei anderen Museen und Kulturgütern zum Einsatz. Für Kurzentschlossene bleibt da nur eine geringe Chance.
Doch gehen wir der Sache an die Wurzel. Woran liegt es, dass bestimmte Sehenswürdigkeiten und Reiseziele überlaufen sind? Die Antwort ist die gleiche, warum es regelmäßig zum Ferienbeginn Staus gibt - zu viele machen und wollen dasselbe.
Bei Klassenfahrten und Kulturreisen muss nicht die Top-Attraktion des Reiseziels im Vordergrund stehen. Als ich in London vor dem London Eye die Warteschlange gesehen habe, habe ich darauf verzichtet. Ein Ausblick auf London ist auch woanders möglich und im Zweifel auch entbehrlich.
Die Tourismusbranche fördert natürlich den Besuch ihrer Attraktionen. Auch dieses Jahr werden die Tourismusbüros ihr Reiseziel auf der ITB präsentieren und das zeigen, was der Besucher erwartet. Würde der London-Stand mit Modellen des Thames Barrier oder dem Imperial War Museum werben, würden das die Besucher nicht erkennen und nicht würdigen. Dabei sind auch die weniger bekannten Sehenswürdigkeiten würdig zu sehen.
Fangen wir bei uns an. Hinterfragen wir, was wir erleben möchten und wo das zu finden ist. Seien wir offen für Neues und Unbekanntes anstatt die Top5 des Reiseführers abzuarbeiten. Trauen wir uns doch, Gebiete zu entdecken, die nicht international vermarktet sind.
Nehmen wir uns Zeit, die Eindrücke auf uns wirken zu lassen. Im Gewühl von für 'Selfies' posierenden Besuchern und im Spießrutenlauf zwischen einem Heer an 'Selfie-Sticks' läßt sich das Flair von Schloss Neuschwanstein kaum erfassen. Fahren Sie aber einmal abends dorthin und betrachten Sie das Schloss im Mondschein - sie werden erstaunt sein, wie nahe Ihnen König Ludwig im Geiste kommt.
Sehenswürdigkeiten und Museen empfehle ich, nur mit Führung (Audio-Guide oder Live) zu besuchen. Jedem Nicht-Fachmann entgehen sonst zuviele Details und der Eindruck ist ohne diese Informationen lange nicht so nachhaltig. Wir wollen doch nicht nur sagen können, wir haben eine Liste an Terminen abgehakt. Nach einer Kulturreise oder Klassenfahrt sollte man um Eindrücke und Erkenntnisse reicher sein und diese erklären können.
Sie glauben nicht, dass es interessante Alternativen gibt? Fragen Sie mich ruhig :-)
Georg Langbehn ist Verkaufsleiter bei ix-tours Studienreisen und beschäftigt sich vor allem mit Reisen zu den Themen Geschichte, Literatur, Malerei und Architektur
Donnerstag, 7. Juli 2016
Gut und Billig(flug)?
Das ist bei Reisen nicht anders. Wer eine Entscheidung aufgrund guter und fachkundiger Beratung treffen möchte, wird das nicht umsonst bekommen. Ein Reiseleiter, der eine Reise begleitet und sich um alles kümmert, kann das nicht umsonst machen und natürlich kostet ein Hotel mit umfangreichem geschultem Personal mehr als eine Herberge, bei der wenige Angestellte das Nötigste erledigen.
Im Zeitalter des Billigflugs haben wir das fast vergessen. Wir nehmen selbstverständlich hin, dass wir für 100 € bis in die Winkel Europas fliegen können und sind erschrocken, wenn sich herausstellt, dass dafür die Stellschrauben bei Betreuung und Qualität nach unten gedreht wurden. Bei Vueling ist dies am vergangenen Wochenende wieder deutlich geworden. Leider wurde hier für die Preisreduzierung offensichtlich die falsche Stellschraube betätigt - die für die qualifizierte Abwicklung der Buchungen. Seit Tagen werden Flüge ohne konkreten Anlaß gestrichen und in Barcelona mußte die Polizei anrücken um aufgebrachte Reisende zu beruhigen.
Billig kann auch vertretbar sein. Es gibt Airlines, bei denen die Ablaufprozesse soweit optimiert wurden, dass günstige Preise auch bei zuverlässigem Ablauf möglich sind. Vergessen wir aber nicht - dafür wird beim Personal gespart, dass entsprechend nicht immer gut gelaunt sein mag und der Begriff 'Beratung' wurde sehr tief vergraben. Selbst bei einem Problem wird man sehr schwer einen kompetenten Ansprechpartner erreichen.
Gute Reisen sind nicht billig, aber billige Flüge müssen nicht schlecht sein - daran wird jetzt bei Vueling gearbeitet.
Lesen Sie dazu auch den Artikel - 'Glück für 49 € geht doch nicht' und das Statement der Vueling Geschäftsführung
Informationen zu Gruppenreisen erhalten Sie unter www.ix-tours.com
Donnerstag, 13. November 2014
'Leben ohne Papiere'
Neben den allgemeinen Führungen sind nahezu überall auch Touren mit thematischen Schwerpunkten möglich, die spezielles Fachwissen vermitteln oder ein soziales Problem an Praxisbeispielen aufzeigen.
Zur letzteren Kategorie gehört der Stadtrundgang 'Leben ohne Papiere - Zwischen Anerkennung, Duldung und Abschiebung. Ein rassismuskritischer Stadtrundgang' der in Frankfurt angeboten wird. In einer Zeit, in der Flüchtlingsströme zunehmen und die damit einhergehenden Herausforderungen (nicht immer objektiv) öffentlich diskutiert werden richtet sich das Konzept an Schulklassen ab Klassenstufe 9 sowie an andere interessierte Gruppen.
Der Rundgang führt über mehrere Stationen im Stadtgebiet, die beispielhaft die Orte aufzeigen, die ein ankommender Flüchtling erlebt. Von Ankunft an der Hauptwache über Wohnen und Leben und Mobilität bis Asylverfahren und Abschiebehaft. In Verbindung mit jeder Station werden die Erlebnisse der Betroffenen deutlich gemacht - inklusive der Ablehnung, der sie oft begegnen. Das Projekt ist auf eine Dauer von 4 Stunden ausgelegt.
Die Rundgänge wurden vom Frankfurter Bildungskollektiv Bleiberecht entwickelt und wird von Pädagogen, Wissenschaftlern und Studierenden getragen.
Frankfurt als Ziel einer Klassenfahrt? Das ist nicht abwegig. Die hessische Finanzmetropole bietet auch noch weitere interessante Programmmöglichkeiten zur Erkundung des Finanzsystems, deutscher Geschichte, Jugend-Begegnungsstätte Anne Frank uvm.
Donnerstag, 29. Mai 2014
Urlaub für 22 Prozent unerschwinglich
Mit finanziellen Problemen sind in unserer Gesellschaft auch Ausgrenzung verbunden. Erfolg und finanzielle Unabhängigkeit gelten als erstrebenswert und diese Werte werden in den Medien vorrangig präsentiert. Personengruppen, die nicht mithalten können, geraten an den Rand - mit allen Folgen, die das für den Einzelnen mit sich bringt.
In diesem Zusammenhang wurde auf der ITB in diesem Jahr vom NIT eine Studie vorgestellt, die einen ähnlichen Punkt beleuchtet hat. Die Studie ergibt, dass gerade sozial schwache Familien auf Urlaubsreisen verzichten müssen. Bei Klassenfahrten dagegen gibt es bezüglich der Teilnahme keinen nennenswerten Unterschied nach Einkommen. Die Jobcenter übernehmen die Kosten einer Klassenfahrt, wenn die Familie Arbeitslosengeld II /Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag erhält. Und wie uns unsere Kunden berichten, geschieht dies zuverlässig und pünktlich.
Vor diesem Hintergrund ist es sehr schade, wenn die Durchführung von Klassenfahrten durch Belastungen für Lehrer in Frage gestellt werden. Da wird die Kostenübernahme durch Begrenzung von Budgets in Frage gestellt oder Klassenfahrten werden von Lehrerverbänden gestrichen, weil sie sich bezüglich der Wochenarbeitszeit mit dem Ministerium nicht einig werden.
Vergangene war im Deutschlandfunk in einem anderen Zusammenhang der Satz zu hören: "Der einzig richtige Beweggrund, Lehrer zu sein ist, Kinder zu lieben" Wenn ein Anteil von 22 % der Kinder nur im Rahmen einer Klassenfahrt die Möglichkeit haben, zu reisen, dann sollte das eine Bevölkerung, die ihre Kinder liebt, nicht blockieren.
Mittwoch, 12. Februar 2014
Sturz von der Bierbank zählt als Dienstunfall (?) !
Am gestrigen Mittwoch hat das Urteil über den Dienstunfall einer Lehrerin auf Twitter die Gemüter erregt. Das Thema berührt offensichtlich und die Formulierung scheint eine satirisch-kritische Meinung anzudeuten. Ein nicht unwesentlicher Teil derjenigen, die das gezwitschert und retweeted haben scheint der Meinung zu sein, hier habe sich wieder einmal eine Lehrkraft auf Kosten von Eltern und Steuerzahler vergnügt und jetzt verlangt sie die Übernahme der Folgekosten.
Aus unserer Erfahrung wissen wir als Reiseveranstalter für Klassenfahrten, dass eine Reise mit einer Horde von Jugendlichen, die gerade üben, wie man sich gegen Autoritäten auflehnt keinesfalls ein Vergnügen für die Begleitpersonen ist. Das sie die Fahr nicht aus eigener Tasche bezahlen ist daher durchaus angemessen.
Den genauen Sachverhalt, der zum Unfall in einem Festzelt geführt hat, kenne ich auch nicht. Glaubt man aber der Berichterstattung, so war die Lehrkraft mit ihren Schülern auf einer Schulfahrt nach München. In diesem Rahmen haben sie ein Festzelt auf einem Frühlingsfest besucht und dort der allgemeinen Stimmung folgend auf den Bänken getanzt. Dabei stürzte die Lehrerin von der Bank und verletzte sich am Rücken.
Um ihre Aufsichtspflicht nicht zu verletzen konnte die Lehrerin nicht anders als die Schüler zu begleiten. Sonst hätte sie in puritanisch-strengem Auftreten den Besuch des Festzelt verbieten müssen. Und gerade Lehrer, die bereit sind, ihren Schülern im vertretbaren Rahmen entgegenzukommen, gewinnen an Sympathie und Zugang zu den Schülern.
Es wird auch nicht berichtet, dass die Lehrerin auf dem Tisch getanzt hätte, was dem Ganzen durchaus eine andere Qualität gegeben hätte. Nein, die ganze Gruppe folgte dem allgemeinen Verhalten im Festzelt. Eine mit streng-missbilligendem Blick beobachtende Begleitperson hätte dem Erlebnis wohl nicht gut getan.
Sie entschloss sich wohl, für ihre Schüler keine Spielverderberin zu sein. Der Unfall ereignete sich demnach in Ausübung ihrer Pflichten, was die Übernahme der Folgekosten durch den Dienstherrn rechtfertigt. Pflichterfüllung muss ja nicht immer unangenehm sein.
Montag, 11. Juli 2011
Grüße aus Emden - dem "Venedig des Nordens"
Vom 4. Stock aus kommen sie über eine Treppe auf den Rathausturm, von dessen Aussichtsplattform aus die Stadt und der Hafen zu überblicken sind. Das vom Unternehmer Brahms gestiftete Glockenspiel ertönt von 9 - 21 h alle 2 Stunden.