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Mittwoch, 11. März 2015

Ryanair baut Präsenz in Köln/Bonn und Berlin aus

Die irische Billig-Airline arbeitet weiter an ihrem neu angestrebten Image. Statt 'Nur-Billig' von abgelegenen Provinzflughäfen soll das neue Konzept auch anspruchsvollere Kunden und vor allem Geschäftskunden ansprechen. Das 'Business Plus' Angebot mit Aufgabegepäck ohne Aufpreis, Priority-Boarding, flexiblem Ticket und Sitzplatz-Optionen ist das offensichtliche Aushängeschild dafür.

Die neue Strategie sieht zunehmend Flüge auch von zentraler gelegenen Großflughäfen vor. Nachdem die laut verkündeten Verhandlungen mit München offensichtlich ins Stocken geraten sind, wird der Ire ab Winterflugplan 2015/16 sein Angebot ab Berlin Schönefeld und Köln/Bonn ausweiten.

Von Köln aus wird es sieben zusätzliche Verbindungen geben, darunter Kopenhagen, Mailand und Warschau. Das Angebot für Flüge nach London wird auf 17 Flüge in der Woche erhöht. Auch nach Rom soll es zwei Verbindungen täglich geben. Regierungsbeamte wird vielleicht die neue Verbindung Köln - Berlin interessieren. In Berlin wird Ryanair ab Herbst mit fünf Flugzeugen präsent sein und Flüge nach Athen, Barcelona, Bologna, Brüssel, Madrid, Palma und Rom aufnehmen.

Mit der Ausweitung des Angebots wird die irische Airline auch für Gruppenreisen interessanter. Flüge nach Brüssel zum Beispiel sind aktuell ab Berlin für weit unter 100 € zu haben - mit günstigen Flugzeiten und für eine Gruppe von 20 Personen! Und die Flüge gehen nicht nach Charleroi sondern zum stadtnahen Zaventem. Damit sind Gruppenreisen in die belgische Hauptstadt von Berlin aus sehr viel günstiger zu realisieren.

Die Abwicklung einer Buchung ist bei Ryanair leider immer noch etwas hakelig und für einen Laien mit ein paar Stolperfallen versehen, die den Preis schnell wieder nach oben treiben können. Die Preispolitik ist inzwischen jedoch überschaubarer. Die Preise richten sich nach dem aktuellen Marketing für eine Strecke und müssen ggf. über längere Zeit beobachtet werden, um den richtigen Buchungsmoment abzuwarten. Unser Einkäufer hat da inzwischen viel Erfahrung gesammelt.

Ein Service-Guru wird die von O'Leary geführte Truppe damit nicht, das ist jedoch von einem Billigflieger auch nicht zu erwarten. Andere Airlines stehen hier nicht viel besser da - selbst Air Berlin hat einen miserablen Service in den Call-Centern und die sind nicht billig.

Zeit, sich mit O'Leary zu versöhnen. Das Angebot wird immer besser, die Preise immer noch günstig und mit einem erfahrenen Partner für die Planung der Gruppenreise oder Klassenfahrt kommt man auch mit der Buchung und Abwicklung gut zurecht.

Montag, 15. Dezember 2014

Der Wandel des Billigfliegers Ryanair

Für Gruppenreisen und Klassenfahrten war Ryanair bisher ein Partner, der sowohl geschätzt als auch gemieden wurde. Die Preise waren niedrig, der Service miserabel und bei kleinsten Unstimmigkeiten musste man mit Problemen beim Checkin rechnen. Dazu kam eine ganz eigene Preispolitik. Die Preise wurden Monate vorher hoch eingestellt (erkennbar an gleichen Preisen über alle Tage einer Woche) und für Reisetage mit geringer Auslastung 3-4 Monate vor dem Abflugtermin schrittweise gesenkt. Stieg die Auslastung, zogen die Preise für einzelne Tage wieder an, dafür konnte der Preis 2 Wochen vor Abreise sehr günstig sein. Das Buchen von Gruppenflügen war eine nervenaufreibende Sache.

Und dann die Sache mit dem Gepäck. Knappe 8 Kilo für Handgepäck, restriktiver Umgang mit den Maximalmassen und unbarmherziger Umgang mit zusätzlichen Hand- und Fototaschen. Selbst die Tüte mit 2 Getränken musste ich bei einem Flug vor dem Ryanair-Mitarbeiter unter dem Mantel verstecken.

Mit der von O'Leary angekündigten Service-Initiative haben sich ein paar Dinge geändert. Gegen Aufpreis können 'Business-Flüge' gebucht werden, bei denen Leistungen wie Aufgabegepäck, Sitzplatzwahl und Priority-Boarding schon inklusive sind. Dafür haben sie angeblich auch die Dauerbeschallung mit Werbung für die Ryanair-Lotterie und ähnliches abgestellt, die morgens um 6 h kaum zu ertragen war.

Vor dieser Historie überrascht der Ryanair-Marketing Chef Kenny Jacobs mit einer Ankündigung gegenüber der Wirtschaftswoche : "Wir kommen in alle eure größeren Flughäfen außer Frankfurt" Mit München sollen bereits konkrete Gespräche geführt sein, 'nur noch die Flugzeiten müssen festgelegt werden'.

Hier wurde offensichtlich die Entwicklung auf dem europäischen Flugmarkt weitergerechnet. Die nicht marktgerechten Verträge über Abfertigungskosten mit Regionalflughäfen werden von den Wettbewerbshütern auf nationaler und europäischer Ebene genauso unter die Lupe genommen und ggf. beanstandet wie die Subventionierung unrentabler Flughäfen. Erst vergangene Woche hat nach Rheinland-Pfalz auch das Land Hessen den Verkauf seiner Anteile am defizitären Flughafen Hahn angekündigt. Mit diesen Entwicklungen steht das bisherige Geschäftsmodell von Ryanair auf wackligen Füßen.

Die Entwicklungen der vergangenen Monate haben der irischen Billig-Airline Zuwächse an Umsatz und Gewinn eingebracht. Mit einer Ausrichtung hin zu Flügen ab grossen und gut erreichbaren Flughäfen werden die Preise wohl etwas steigen müssen. Bisher haben die Iren jedoch ein gutes Händchen bewiesen, was Verträge und Marktplatzierung betrifft. Das Image ist schon etwas aufpoliert. Vielleicht entsteht ja wirklich eine Airline, die den Sprung von der 'NurBillig-Airline' zu einer gut aufgestellen Fluggesellschaft mit 'preiswerten' Leistungen schafft. Die Voraussetzungen sind allenfalls besser als bei Lufthansa, die mit den Gewerkschaften um die Vorgaben für preiswertere Flüge ringt.

Freitag, 30. August 2013

Weniger statt mehr

Wie das Handelsblatt berichtet, muss der Billigflieger Ryanair seinen Anteil an AerLingus von derzeit 30 auf 5 % reduzieren. Das kommt für Ryanair-Chef O'Leary sehr ungelegen. Bemüht er sich doch seit Jahren, beim Konkurrenten die Aktienmehrheit zu übernehmen. Dies wurde mehrfach von den Wettbewerbshütern verhindert.

Auch wenn O'Leary gegen die aus seiner Sicht falsche Entschteidung zetert, für den Verbraucher ist die Entscheidung positiv. Die beiden Airlines halten gemeinesam einen Marktanteil von 87 % bei Kurzstreckenflügen ab/von Dublin. Das ist dem Wettbewerb schon nicht zuträglich. Die Vorstellung, die beiden Airlines könnten fusionieren und damit ein Quasi-Monopol schaffen ist aus Verbrauchersicht nicht vorteilhaft.

Flüge für Gruppenreisen nach Dublin sind von Deutschland aus schon nicht mehr so günstig zu bekommen, wie noch vor einigen Jahren. Vielleicht kehrt sich der Trend durch die Entscheidung ja wieder um. Der eigenwillige Ire wird sich dies jedoch wohl nicht kampflos vorschreiben lassen.

Montag, 8. Juli 2013

Nur noch Billigflieger?

Im Blog Billigflüge veröffentlicht Paul Larsen Aussagen des Ryanair-Chefs O'Leary zur Zukunft des Luftverkehrs innerhalb Europas. Danach 'sollen traditionelle' Airlines verdrängt werden', allen voran die gerade umgebaute Lufthansa-Tochter Germanwings.

Die Zahlen, die der umtriebige Ihre dazu anführt, scheinen dieses Ziel zu unterstreichen. Mit einer Bestellung von 175 weiteren Boeing - Maschinen soll die Zahl der Passagiere von 80 auf 130 Millionen erhöht werden. Die Anzahl der Flughäfen, von denen Ryanair in Deutschland startet soll von derzeit 13 auf 20 anwachsen.

Zieht man weitere Meldungen der vergangenen Wochen in Betracht, so sieht die Umsetzung des Ziels gar nicht so rosig aus. Das Konzept Ryanair funktioniert nur mit sehr günstigen Flughafengebühren auf Kosten des Steuerzahlers und dieses Suvbventionsmodell ist den EU-Behörden ein Dorn im Auge. Auf längere Sicht sollen die Flughäfen ohne Unterstützung der staatlichen Anteilseigner auskommen und das würde  das System Ryanair in Frage stellen oder zumindest die Preise treiben.

Dazu kommt, dass es nicht jeder Kunde nur billig will. Und wer Komfort und kundenfreundlichen Umgang erwartet, ist bei Ryanair nicht unbedingt am Besten aufgehoben. Manche unserer Kunden schliessen die Airline für ihre Planung kategorisch aus. 'Reiz und Geil' und 'Rabatt auf alles' hat schon manchen Kaufmann in Schwierigkeit gebracht.

Auf den Ausgang des Rennens dürfen wir also gespannt sein.

Donnerstag, 17. November 2011

Ryanair - jetzt hebt er ab

Ryanair ist nicht für besondere Kundenfreundlichkeit bekannt. Heute hat mich aber selbst O Leary überrascht. Um den Preis für eine Flugreise nach London zu prüfen habe ich entsprechende Daten auf der Ryanair - Website eingegeben. Statt der gewohnten Fluginformation kam jedoch zunächst die Aufforderung, einen Code einzugeben. Man kennt das von Forumseinträgen und ähnlichem, wo vermieden werden soll, das automatische Abfragen erfolgen. Der Ire will wohl verhindern, dass Flugvergleichswebsites automatische Preisabfragen auf seiner Website durchführen. Das erinnert mich daran, dass O Leary Buchungen, die nicht direkt vom Endkunden getätigt wurden, einfach wieder storniert hat. Es war ihm wohl ein Dorn im Auge, dass andere auch etwas an seinen Flügen verdient haben.

Also noch einmal ein lästiger Click mehr bei der Buchung eines Rynair - Fluges.

Die eigentliche Überraschung folgte kurz darauf. Der Flug für 25 Personen von Hahn nach Stansted im Oktober 2012 kostet 9898,50 € (!!) Das muss man sich auf der Zung zergehen lassen. Minimaler Platz, kein Gepäck, jede Menge Ärger, ständige Werbeberieselung, dazu Transfer von Frankfurt nach Hahn und von Stansted nach London - und das für fast 400 € pro Person !

Das hat mich dann doch interessiert. Ich habe den Flug noch einmal für 6 Personen abgefragt. Zunächst noch einmal die lästige Code-Eingabe, dann ein Preis von jetzt 156 € + 30 € Gepäck. Diese Information habe ich bei Lufthansa verglichen. Flug ab Frankfurt (ein Transfer gespart) nach Heathrow (bequemer Transfer nach London), 1 Gepäckstück inklusive - 102 € pro Person !

Nun wird der Ryanair Flug billiger werden, je näher der Termin rückt und bei Lufthansa der gegenteilige Effekt zu sehen sein. Aber irgendwie dreht sich die Ryanair-Welt im Kreis.